Das Dilemma zwischen Freiheit und menschlicher Existenz - von Franz Kafka
Ein Gastspiel von Herbert Bruns.



Kafkas "Ein Bericht für eine Akademie" behandelt den unentwegten Kampf der Menschwerdung, das Dilemma zwischen Freiheit und menschlicher Existenz, den Kampf zwischen Natur und Kultur in jedem von uns. Ein Affe, der an der afrikanischen Küste angeschossen und eingfangen wird, entschließt sich, auf dem Weg nach Europa Mensch zu werden. Das scheint ihm der einzig mögliche Ausweg aus seiner Gefangenschaft. Er hält nun vor der Akademie einen Vortrag über sein "äffisches Vorleben" und seine Menschwerdung. Er erscheint als äußerst eleganter Mensch und weist zunächst jegliche außergewöhnlichen Verbindungen zu seiner Vergangenheit von sich. "Ihr Affentum, meine Damen und Herren, kann Ihnen nicht ferner sein, als mir das meine." Er doziert und plaudert souverän und distanziert über seinen Ursprung. Mit zunehmender Intensität der Erinnerungen steigt die Emotionalität seines Vortrages und Gefühle wie Haß, Frustration, Angst und Freude kommen zu Tage. Als er sich an sein erstes gesprochenes Wort "Hallo"erinnert, ist sein Enthusiasmus nicht mehr zu bremsen, der Vortrag eskaliert ; die Fähigkeit zu sprechen scheint kurzfristig wieder verloren. Mit äußerster Anstrengung bringt er seinen Vortrag zu Ende...



Kölner Stadt-Anzeiger

Eindrucksvoll setzte Herbert Bruns den Prozeß vom Affendasein zur "Menschwerdung" in Szene...
Regisseur Robert Schmidt gelang eine packende Inszenierung.
... zum Zeitpunkt des Berichts, zwar mit der "Durchschnittbildung eines Europäers" versehen, besitzt er dennoch latentes Affentum.
Und das durchblicken zu lassen, erfodert genaue und sensible Dosierung.
Dort, wo animalische Temperamentsausbrüche die Sozialisationsversuche durchbrechen, blitzt für Momente die nackte Verzweiflung auf. Zivilisation wird zum Synonym für Vernichtung. Trauer und Komik liegen daher nah beieinander und verleihen der Aufführung jenen Schuß Ironie, den Kafka selbst in seine düsteren Prosastücke einfließen ließ.
Bettina Jochheim

Kölnische Rundschau

Schmidt und Bruns bringen Kafkas Bericht für eine Akademie in einer neuen modernen Sichtweise, die Diskussionsstoff liefert und ihre Wirkung nicht verfehlt. Herbert Bruns reißt ein ganzes Spektrum an Verhaltens- weisen auf. Mal ist er animalisch-triebgesteuert und fällt zurück in äffische Verhaltensweisen, dann wieder wirkt er in einer unverholenen Parodie menschlicher Gepflogenheiten überlegen und erhaben ...
Mit poentierter Mimik und ausgefeilter Körpersprache erweckt Bruns seinen Text zu Leben.
...eine fesselnde Darstellung.
sty




Weitere Infos zum Stück und zu Herbert Bruns finden Sie hier:
www.brunskafka.de

Aufführungstermine
30. März 2007 um 20:00 Uhr
31. März 2007 um 20:00 Uhr