Zum 100. Geburtstag von Max Frisch - ein Gastspiel des Theater in der Kreide

Als eines Abends ein Fremder ohne zu klopfen Biedermanns Wohnzimmer betritt, gerät die altbewährte bürgerliche Ordnung durcheinander. Trotz seines Verdachtes, dass der Fremde ein Brandstifter sei, lässt Biedermann ihn bei sich einziehen. Selbst als er Benzinkanister und einen Ex-Häftling ins Haus bringt, will Biedermann sich nicht mit der Wahrheit konfrontieren.

Max Frisch Figuren sind einsame, bürgerliche, aber auch absurd-komische Gestalten. Sie können sich nicht einmal mehr wehren, wenn es ihnen an die eigene Haut geht. Es ist die mit viel Witz und Ironie erzählte Geschichte vom Biedermann, der seine Leiche im Keller hat und doch ein guter Mensch sein will.

„20 Jahre nach der Uraufführung – das feuergefährliche Benzin auf dem Dachboden, das unser Gottlieb Biedermann riecht und das ihn ängstigt und das er als Haarwasser deklariert, hat sich inzwischen vermehrt: es reicht zum Weltenbrand.“
So schreibt Max Frisch 1978.

Nochmals sind mehr als 30 Jahre vergangen.

Wer Gehorsam gelernt hat, mit dem haben eben die Brandstifter leichtes Spiel. Biedermanns Widerstand ist nicht zu erwarten, wenn das Verbrechen organisiert zuschlägt.


Inszenierung
Reinhard Stähling

Musik
Thomas Hanke

Termin
Samstag 21.Januar 2012 um 20:00 Uhr